Der Markt für Rechnungsprogramme in Deutschland ist 2026 so voll wie nie. sevDesk, Lexware Office, FastBill, Billomat, invoiz, Zervant — und dazwischen dutzende kleine Tools, die sich irgendwie alle “DSGVO-konform, E-Rechnung-ready, mit DATEV-Schnittstelle” nennen.
Transparenz-Hinweis vorab: kostenlose-erechnung.de, der Anbieter dieses Artikels, ist in der folgenden Liste enthalten. Wir bewerten uns selbst so ehrlich wie wir die anderen bewerten — inklusive der Punkte, wo die Konkurrenz besser ist. Stand: April 2026.
Was ein Rechnungsprogramm 2026 können muss
Bevor wir die Tools vergleichen: Welche Kriterien sind 2026 überhaupt wichtig?
1. E-Rechnungspflicht (ZUGFeRD / XRechnung)
Seit 01.01.2025 müssen alle Unternehmen E-Rechnungen empfangen können. Ab 01.01.2027 müssen Unternehmen mit Jahresumsatz über 800.000 € im B2B E-Rechnungen versenden. Ab 01.01.2028 gilt das für alle. Ein Rechnungsprogramm, das 2026 kein ZUGFeRD/XRechnung beherrscht, fällt raus.
2. Preis-Leistung
Was kosten Basis-Funktionen? Wo versteckt der Anbieter E-Rechnung in einem teureren Tarif? Gibt es eine ehrliche kostenlose Variante?
3. Benutzerfreundlichkeit
Wie schnell hast du die erste Rechnung geschrieben? Wie viele Klicks bis zum PDF? Wie intuitiv ist die Kundenverwaltung?
4. Datenschutz / DSGVO
Serverstandort Deutschland/EU? Auftragsverarbeitungsvertrag (AV) ohne extra Kosten? Datenschutzerklärung nachvollziehbar?
5. Schnittstellen
DATEV-Export für den Steuerberater? Banking-Schnittstelle (HBCI/FinTS)? Shop-Integration (Shopify, WooCommerce)?
6. Steuerberater-Anbindung
DATEV-Unternehmen-Online-Export, GoBD-konforme Archivierung, saubere Belegexport-Funktionen.
Die 7 Rechnungsprogramme im Vergleich
1. kostenlose-erechnung.de (unser Tool)
Kurzprofil: Browser-basiertes Tool, fokussiert auf Rechnungsstellung und E-Rechnung. Zielgruppe: Solo-Selbstständige, Freelancer, Kleinunternehmer und kleine KMUs, die eine solide Rechnungssoftware wollen ohne vollständige Buchhaltung.
Preise:
- Kostenlos: 3 Rechnungen pro Monat, alle Funktionen
- Business ab 9,92 €/Monat: unbegrenzte Rechnungen, KI-Belegscanner, 3-stufiges Mahnwesen, DATEV-Export, eigene Versanddomain mit DKIM/SPF
Vorteile
- ZUGFeRD und XRechnung ab dem ersten Cent inklusive
- Kostenlose Variante ohne Zeitlimit
- KI-Belegscanner für Eingangsrechnungen
- Versand über eigene Domain (DKIM/SPF) — landet nicht im Spam
- GoBD-konformes Archiv
- DATEV-Export im Business-Tarif
- Server in Deutschland, DSGVO sauber
Nachteile
- Keine vollständige Buchhaltung / EÜR integriert
- Kein eigenes Banking-Modul (noch)
- Kleineres Team, weniger Marketingbudget als Konkurrenz
- Keine native Mobile-App (läuft als Web-App im Browser)
Für wen ideal: Solo-Selbstständige, die E-Rechnung ab Tag 1 brauchen, aber kein 30-€/Monat-Buchhaltungssuite-Bundle zahlen wollen. Wer bei den “Großen” nur wegen der E-Rechnung in den teureren Tarif gezwungen wird, spart hier deutlich.
2. sevDesk
Kurzprofil: Einer der Marktführer in Deutschland. Breit aufgestellt, mit Buchhaltungs- und Warenwirtschaftsmodul.
Preise (2026): ab ca. 9 €/Monat (Rechnung), 19 €/Monat (Buchhaltung), teurere Pakete für Warenwirtschaft.
Vorteile: Sehr breiter Funktionsumfang, gute mobile Apps, DATEV-Anbindung gut eingespielt, großer Kundenstamm und gute Lernressourcen.
Nachteile: Die tiefere Buchhaltung liegt im teureren Tarif. E-Rechnung ist mittlerweile in allen Tarifen enthalten, aber Kleinunternehmer zahlen quasi das gleiche wie Buchhalter-Bedürftige. Support-Qualität schwankt laut Nutzerberichten.
Für wen ideal: Kleine KMUs mit Buchhaltungsbedarf, die ein Tool für alles wollen.
3. Lexware Office (ehemals lexoffice)
Kurzprofil: Haufe-Lexware, der traditionsreiche DACH-Marktführer. Umbenannt von lexoffice in Lexware Office.
Preise (2026): Ab ca. 12 €/Monat (S), 24 €/Monat (M), E-Rechnungs-Versand erst im XL-Tarif ab ~32,90 €/Monat.
Vorteile: Extrem stabile Infrastruktur, beste Steuerberater-Anbindung im Markt (fast jeder StB kennt lexoffice), riesiges Ökosystem.
Nachteile: E-Rechnungs-Versand nur im teuersten Tarif — das ist 2026 schlicht nicht mehr zeitgemäß, wenn Konkurrenz E-Rechnung ab 9 €/Monat anbietet. Für Solo-Selbstständige mittlerweile preislich unattraktiv.
Für wen ideal: Etablierte KMUs mit festem Steuerberater, der auf lexoffice eingerichtet ist, und wenig Preissensitivität.
4. FastBill
Kurzprofil: Solider Mittelweg zwischen reinem Rechnungstool und Buchhaltungssuite. Deutscher Anbieter, Berlin.
Preise (2026): Ab ca. 9 €/Monat (Solo), 19 €/Monat (Team), 39 €/Monat (Pro).
Vorteile: Saubere UX, gute Wiederkehrende-Rechnungen-Funktion (Abo-Modelle), Kassenbuch im Business-Tarif, anständige Banking-Integration.
Nachteile: Etwas in der Mitte zwischen Lexware und sevDesk — weder der Preisgünstigste noch der Funktionsreichste. E-Rechnung mittlerweile integriert, aber UX dafür etwas umständlich.
Für wen ideal: Freelancer und kleine Agenturen mit wiederkehrenden Kunden und Abo-Modellen.
5. Billomat
Kurzprofil: Schmaler Fokus auf Rechnungsstellung, kein vollständiges Buchhaltungstool. Deutscher Anbieter.
Preise (2026): Ab ca. 8 €/Monat.
Vorteile: Günstig, schnell eingerichtet, solide Schnittstellen (DATEV, Banking).
Nachteile: Funktionsumfang begrenzt, Design etwas in die Jahre gekommen. E-Rechnung integriert, aber ZUGFeRD-Version nicht immer sofort auf dem neuesten Stand.
Für wen ideal: Budget-bewusste Freelancer, die ein einfaches Tool suchen und auf Hochglanz-UX verzichten können.
6. invoiz
Kurzprofil: Start-up-Feel, UX-Fokus. Gehört zu Buhl Data (WISO).
Preise (2026): Kostenlos-Tarif mit Beschränkungen, Premium ab ca. 7-10 €/Monat.
Vorteile: Moderne UX, schneller Einstieg, schöne Rechnungslayouts, gute mobile Nutzung.
Nachteile: Funktionsumfang bei komplexen Szenarien (Skonti, Rabatte, Teilzahlungen) limitiert. E-Rechnung integriert, aber der Feature-Rollout hinkt gelegentlich hinter der Konkurrenz.
Für wen ideal: Designbewusste Solo-Selbstständige, Freelancer mit wenig komplexen Rechnungsszenarien.
7. Zervant
Kurzprofil: Finnischer Anbieter, mit kostenlosem Einstiegstarif.
Preise (2026): Kostenlos (eingeschränkt), Pro ab ca. 10 €/Monat.
Vorteile: Kostenlose Variante, schlichte UX, mehrsprachig.
Nachteile: Nicht primär auf deutsche Steuer-Eigenheiten optimiert. DATEV-Export und deutsche E-Rechnungsformate teilweise weniger tief integriert als bei deutschen Anbietern. Support vor allem auf Englisch.
Für wen ideal: Freelancer mit internationalen Kunden, wenig Bedarf an tiefer DATEV-Integration.
Vergleichstabelle: Die 7 Tools auf einen Blick
| Tool | Preis ab | E-Rechnung inkl. | Kostenlos? | DATEV | Server DE/EU | Besonders |
|---|---|---|---|---|---|---|
| kostenlose-erechnung.de | 0 € / 9,92 € | Ja, ab Tarif 0 | Ja (3/Mo) | Business | DE | KI-Belegscanner, eigene Versanddomain |
| sevDesk | ~9 € | Ja | Nein | Ja | DE | Breiter Funktionsumfang |
| Lexware Office | ~12 € | Erst XL (~32,90 €) | Nein | Ja | DE | StB-Anbindung, Marktführer |
| FastBill | ~9 € | Ja | Nein | Ja | DE | Abo-/Wiederkehrende Rechnungen |
| Billomat | ~8 € | Ja | Nein | Ja | DE | Günstigster Profi-Tarif |
| invoiz | 0 € / ~7 € | Ja | Ja (eingeschr.) | Ja | DE | Moderne UX |
| Zervant | 0 € / ~10 € | Teilweise | Ja (eingeschr.) | Eingeschr. | EU | Mehrsprachig |
Alle Preise netto, Stand April 2026. Preise ändern sich gelegentlich — bitte beim Anbieter prüfen.
Fazit: Welches Rechnungsprogramm für wen?
Solo-Selbstständige / Freelancer mit 1-10 Rechnungen pro Monat
Empfehlung: kostenlose-erechnung.de (kostenlos bzw. Business 9,92 €) oder invoiz. Warum: E-Rechnung ab dem ersten Cent, kein Buchhaltungs-Ballast, faire Preise.
Kleinunternehmer (§19 UStG) mit seltenen Rechnungen
Empfehlung: kostenlose-erechnung.de (kostenlose Variante) oder Zervant (kostenlos, aber weniger DE-optimiert). Warum: Für 1-3 Rechnungen/Monat sind bezahlte Tools überdimensioniert.
Kleine KMUs mit Buchhaltungsbedarf und Steuerberater
Empfehlung: sevDesk oder Lexware Office — wenn Steuerberater es explizit wünscht. Warum: Beide haben tiefe Buchhaltung integriert, tight StB-Anbindung.
Freelancer mit wiederkehrenden Kunden / Abo-Modellen
Empfehlung: FastBill. Warum: Hat das beste Wiederkehrende-Rechnungen-Modul am Markt.
Budget-bewusste Gründer
Empfehlung: kostenlose-erechnung.de (kostenlos, dann 9,92 €) oder Billomat (ab 8 €).
Bonus: Worauf du beim Wechsel achten solltest
- Kundenstammdaten exportieren, bevor du das alte Tool kündigst (CSV).
- Rechnungsarchiv herunterladen — du brauchst die Belege 10 Jahre (§147 AO).
- Rechnungsnummern-Kreis weiterführen — beim neuen Tool sollte die nächste Nummer lückenlos an die alte anschließen.
- DATEV-Export testen — mit einer Testrechnung, bevor du produktiv umstellst.
- Vertragslaufzeit prüfen — manche Anbieter haben 12-Monats-Bindung.
Wer zu uns wechseln möchte: Wir haben Migrationshilfen für sevDesk und Lexware Office dokumentiert.
Jetzt 3 Rechnungen gratis testen
Kein Account nötig. E-Rechnung (ZUGFeRD/XRechnung) inklusive. Dauerhaft kostenlos für 3 Rechnungen/Monat.
FAQ: Rechnungsprogramme 2026
Welches Rechnungsprogramm ist das günstigste?
Unter den getesteten hat kostenlose-erechnung.de die günstigste Einstiegsvariante (0 €/Monat für 3 Rechnungen). Unter den kostenpflichtigen Voll-Tools liegen Billomat, invoiz und sevDesk um 8-9 €/Monat ähnlich auf.
Welches Rechnungsprogramm kann E-Rechnung (ZUGFeRD/XRechnung)?
2026 praktisch alle oben genannten — mit einer wichtigen Einschränkung: Bei Lexware Office ist E-Rechnung-Versand erst im XL-Tarif (~32,90 €/Monat) enthalten.
Welches Tool hat die beste DATEV-Anbindung?
Lexware Office und sevDesk haben historisch die tiefste DATEV-Integration (Unternehmen-Online, Buchungsstapel-Export). kostenlose-erechnung.de und FastBill bieten DATEV-CSV-Export, der in der Praxis für die meisten Steuerberater ausreicht.
Welches Rechnungsprogramm ist DSGVO-konform?
Alle deutschen Anbieter (sevDesk, Lexware, FastBill, Billomat, invoiz, kostenlose-erechnung.de) hosten in Deutschland/EU und haben AV-Verträge. Bei Zervant (Finnland) ebenfalls EU, aber Support primär englisch.
Kann ich das Rechnungsprogramm wechseln, ohne die Rechnungsnummern zu verlieren?
Ja, praktisch alle Tools erlauben eine individuelle Anfangsrechnungsnummer beim ersten Setup. Du setzt sie auf die nächste freie Nummer und machst nahtlos weiter.
Ist “kostenlos” wirklich dauerhaft?
Bei kostenlose-erechnung.de: Ja, 3 Rechnungen/Monat dauerhaft ohne Zeitlimit. Bei invoiz und Zervant: Ja, aber mit Funktionsbeschränkungen (z.B. Wasserzeichen oder begrenzter Support). Andere kostenpflichtige Tools haben nur 14-30 Tage Testphase, keine echte kostenlose Variante.
Brauche ich ein Rechnungsprogramm als Kleinunternehmer?
Spätestens ab 2028, wenn die E-Rechnungspflicht auch Kleinunternehmer im B2B-Versand betrifft, ja. Word-Vorlagen können kein ZUGFeRD. Ein kostenloses Tool wie unseres reicht für die meisten Fälle aus.
Stand: April 2026. Preise und Funktionen der genannten Tools können sich ändern — bitte beim jeweiligen Anbieter verifizieren.