lexoffice vs sevdesk 2026: Preise, Feature-Matrix & kostenlose Alternative

lexoffice vs sevdesk 2026: Preise, Feature-Matrix & kostenlose Alternative

Dennis Bär

Wer in Deutschland eine Buchhaltungssoftware sucht, stößt fast immer auf dieselben zwei Namen: lexoffice (heute offiziell Lexware Office) und sevdesk. Beide sind cloud-basiert, beide versprechen GoBD-konforme Archivierung, DATEV-Schnittstelle und Unterstützung der E-Rechnungs-Pflicht. Was die Anbieter-Seiten nicht offensiv kommunizieren: Auf welchem Preisniveau XRechnung und ZUGFeRD tatsächlich nutzbar sind, unterscheidet sich zwischen den beiden Tools erheblich — und ist entscheidend dafür, wer ab 2027 ohne Preiserhöhung weiterarbeiten kann.

In 12 Minuten erfahren Sie: Welche Tarife wirklich vergleichbar sind, warum die E-Rechnung bei Lexware Office zur Kostenfalle werden kann, und wann keine der beiden Lösungen die kosteneffiziente Wahl ist.

Das Wichtigste in Kürze
- Lexware Office (ehemals lexoffice) und sevdesk sind die meistgenutzten cloudbasierten Buchhaltungstools in Deutschland — beide mit Serverstandort Deutschland, GoBD-Zertifizierung und DATEV-Export. - XRechnung und ZUGFeRD sind bei Lexware Office erst ab dem XL-Tarif (32,90 €/Monat netto) verfügbar; bei sevdesk ab dem günstigsten Rechnung-Tarif (12,90 €/Monat). - Die E-Rechnungs-Versandpflicht für Unternehmen mit Vorjahresumsatz über 800.000 Euro gilt ab 1. Januar 2027 nach dem [Wachstumschancengesetz (BGBl. I 2024 Nr. 108)](https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/FAQ/e-rechnung.html). - sevdesk bietet stärkere mobile Apps und eine optionale Warenwirtschaft; Lexware Office hat die breiteste Steuerberater-Akzeptanz im Markt und integrierte Lohnabrechnung. - Freelancer und Kleinunternehmer mit weniger als 15 Rechnungen pro Monat sind mit beiden Tools oft überbedient — spezialisierte E-Rechnungs-Software liefert denselben Kernnutzen ab 0 €/Monat.

lexoffice und sevdesk — Kurzporträt beider Anbieter

Lexware Office — bis 2023 unter dem Namen lexoffice bekannt — wird von der Haufe-Lexware GmbH & Co. KG entwickelt, einem Tochterunternehmen der Haufe Group mit Sitz in Freiburg im Breisgau. Haufe gehört seit Jahrzehnten zu den etabliertesten B2B-Verlagen und Softwareanbietern in Deutschland. Lexware Office ist damit kein Start-up-Produkt, sondern eine Software aus einem Konzernumfeld mit mehr als 300.000 aktiven Nutzern und einer tiefen Verzahnung mit dem Steuerberatungsmarkt.

sevdesk wurde 2013 in Offenburg gegründet und positioniert sich ausdrücklich als moderne Cloud-Alternative zu klassischer Desktop-Buchhaltungssoftware. Das Unternehmen bedient nach eigenen Angaben mehr als 150.000 Kunden — vorwiegend Selbstständige, Freiberufler und wachsende KMUs. sevdesk hat in den vergangenen Jahren stark in mobile Nutzung und API-Anbindungen investiert und gilt als schnellerer Innovator der beiden.

Beide Anbieter hosten ihre Daten in Deutschland, sind DSGVO-konform und bieten Auftragsverarbeitungsverträge (AV) ohne Aufpreis. Der technologische Ausgangspunkt ist damit vergleichbar — die Unterschiede liegen im Funktionsumfang und vor allem in der Preisstruktur.

Preisvergleich lexoffice vs sevdesk 2026 — alle Tarife auf einen Blick

Lexware Office bietet vier Tarife mit monatlicher Laufzeit und ohne Mindestbindung:

TarifPreis netto/MonatE-Rechnung (Versand)Wesentliche Funktionen
S7,90 €Belegerfassung, Archiv
M12,90 €Rechnungen, Angebote, Banking
L21,90 €GuV, Bilanzierung, EÜR
XL32,90 €✅ XRechnung + ZUGFeRDSerienrechnungen, API

sevdesk bietet drei Tarife an, die sich wahlweise monatlich oder im Jahresvertrag mit Rabatt abschließen lassen:

TarifPreis netto/Monat (monatlich)E-Rechnung (Versand)Wesentliche Funktionen
Rechnung12,90 €Rechnungen, Mahnwesen, Angebote
Buchhaltung25,90 €+ EÜR, Online-Banking, Belege
Buchhaltung Pro34,90 €+ BWA, Kostenstellen

Stand: Mai 2026. Alle Preise netto, zzgl. 19 % MwSt. Anbieter können Preise anpassen — beim jeweiligen Anbieter verifizieren.

Das Kernfazit aus der Tabelle: Wer E-Rechnung-Versand benötigt — und das wird ab 1. Januar 2027 für Unternehmen mit Vorjahresumsatz über 800.000 Euro gesetzliche Pflicht — zahlt bei Lexware Office mindestens 32,90 €/Monat. Bei sevdesk reicht der Rechnung-Tarif (12,90 €/Monat) für denselben Umfang. Das ist eine monatliche Differenz von 20 € — oder 240 € im Jahr.

E-Rechnung, XRechnung und ZUGFeRD — die kritische Tarif-Frage

Die E-Rechnungs-Versandpflicht nach dem Wachstumschancengesetz (BGBl. I 2024 Nr. 108) gilt in drei Stufen:

StichtagRegelung
Ab 1. Januar 2025Alle deutschen B2B-Unternehmen müssen E-Rechnungen empfangen können
Ab 1. Januar 2027Versandpflicht für Unternehmen mit Vorjahresumsatz über 800.000 Euro
Ab 1. Januar 2028Versandpflicht für alle inländischen B2B-Rechnungen

Das Empfangen von E-Rechnungen ist bei beiden Anbietern in allen Tarifen möglich — das ist seit 2025 gesetzlich Pflicht und kein Differenzierungsmerkmal. Die entscheidende Frage ist der Versand:

Bei lexoffice (Lexware Office) ist der E-Rechnungs-Versand — also die Ausgabe von ZUGFeRD-Hybriden oder reinen XRechnung-XML-Dateien nach EN 16931 — ausschließlich im XL-Tarif verfügbar. Wer lexoffice S, M oder L nutzt und ab 2027 zur Versandpflicht verpflichtet ist, muss auf XL upgraden. Für bestehende M-Nutzer bedeutet das eine Preissteigerung von 12,90 € auf 32,90 €/Monat — 240 € Mehrkosten pro Jahr.

Bei sevdesk ist E-Rechnung-Versand im Rechnung-Tarif (12,90 €/Monat) enthalten. Kein erzwungenes Upgrade für die E-Rechnungs-Pflicht.

Für einen breiteren E-Rechnung Software Vergleich 2026 mit weiteren Anbietern und Preisen ab 0 €/Monat bietet der verlinkte Ratgeber eine vollständige Übersicht.

Feature-Matrix: Was leisten lexoffice und sevdesk wirklich?

Ein direkter Feature-Vergleich zwischen Lexware Office XL (32,90 €/Monat) und sevdesk Buchhaltung Pro (34,90 €/Monat) — also den jeweiligen Vollversionen:

FunktionLexware Office XLsevdesk Buchhaltung Pro
Rechnungen erstellen
XRechnung / ZUGFeRD Versand
Angebote / Auftragsbestätigungen
Serienrechnungen / Abonnements
Belegerfassung mit KI
Online-Banking / Kontoabgleich
EÜR / Gewinn- und Verlustrechnung
Bilanzierung
DATEV-Export
Lohnabrechnung✅ integriert❌ Zusatzmodul
BWA / Kostenstellen
Warenwirtschaft✅ Add-on
Public REST API
Mobile App (iOS + Android)✅ (höher bewertet)
Steuerberater-Freigabe
Mehrbenutzer-Zugang

Klarer Vorteil Lexware Office: Lohnabrechnung ist im XL-Tarif integriert — sevdesk bietet Lohnabrechnung nur als kostenpflichtiges Zusatzmodul. Wer Mitarbeiter beschäftigt und die Lohnabrechnung intern führen möchte, spart sich mit Lexware Office die Extrakosten.

Klarer Vorteil sevdesk: Warenwirtschaft (Produkte, Lager, Lieferscheine) ist als Add-on verfügbar, bei Lexware Office fehlt dieser Bereich vollständig. Für Handels- und Produktionsunternehmen ist das ein relevanter Unterschied.

Vorteile

  • E-Rechnung ab 12,90 €/Monat verfügbar
  • Bessere mobile App-Bewertungen (iOS + Android)
  • Warenwirtschaft als Add-on erhältlich
  • Modernes UI, schneller Onboarding
  • Starke E-Commerce-Integrationen (Shopify, WooCommerce)

Nachteile

  • Lohnabrechnung nur als Zusatzmodul
  • Geringere Steuerberater-Akzeptanz als Lexware
  • Kein dauerhaft kostenloser Tarif

Vorteile

  • Breiteste Steuerberater-Akzeptanz im deutschen Markt
  • Lohnabrechnung im XL-Tarif integriert
  • Sehr stabiler Betrieb (Haufe-Konzerninfrastruktur)
  • Tief verwurzeltes DATEV-Unternehmen-Online-Ökosystem

Nachteile

  • E-Rechnung erst ab XL-Tarif (32,90 €/Monat)
  • Mobile App schlechter bewertet als sevdesk
  • Keine Warenwirtschaft verfügbar

DATEV-Export und Steuerberater-Anbindung im Direktvergleich

DATEV-Export ist bei beiden Anbietern verfügbar — aber mit unterschiedlicher Tiefe und Marktdurchdringung.

Lexware Office (lexoffice) hat durch die Haufe-Zugehörigkeit eine sehr enge Verzahnung mit dem Steuerberatungsmarkt. Buchungsstapel-Export nach DATEV, Unternehmen-Online-Freigabe und die direkte Datenweitergabe an Steuerkanzleien sind langjährig eingefahren. Fast jede größere Kanzlei kennt die Lexware-Schnittstelle. Steuerberater, die primär mit Lexware-Produkten arbeiten, bevorzugen Mandanten, die ebenfalls lexoffice bzw. Lexware Office nutzen — das vereinfacht die Übergabe von Buchungsdaten erheblich.

sevdesk exportiert DATEV-kompatibel (Buchungsstapel, Belege) und hat in den letzten Jahren deutlich in die Steuerberater-Anbindung investiert. In der Praxis berichten Nutzer jedoch, dass manche Steuerkanzleien Lexware Office bei komplexerer Buchhaltung mit Bilanzierung deutlich bevorzugen.

Praktische Empfehlung: Fragen Sie Ihren Steuerberater konkret, welches Tool er bevorzugt — bevor Sie buchen. Für Selbstständige mit reiner EÜR ist die DATEV-Kompatibilität beider Tools in der Praxis gut genug; für bilanzierungspflichtige Unternehmen lohnt die Rückfrage.

Welches Tool empfiehlt sich für welchen Nutzertyp?

Lexware Office empfiehlt sich, wenn:

  • Ein Steuerberater explizit auf Lexware Office eingestellt ist und den Umstieg nicht empfiehlt
  • Lohnabrechnung für eigene Mitarbeiter direkt in der Software erledigt werden soll
  • Eine Lexware-Konzerninfrastruktur mit stabiler Roadmap Priorität hat
  • E-Rechnung-Versand noch nicht benötigt wird (Tarif M oder L)

sevdesk empfiehlt sich, wenn:

  • E-Rechnungen versandt werden müssen und der Preis unterhalb von 32,90 €/Monat bleiben soll
  • Rechnungsstellung häufig vom Smartphone stattfindet
  • Eine Warenwirtschaft (Lager, Produkte) benötigt wird
  • Kein expliziter Steuerberater-Wunsch für Lexware vorliegt

Weder lexoffice noch sevdesk empfiehlt sich, wenn:

  • Monatlich weniger als 15 Rechnungen gestellt werden und keine vollständige Buchhaltungssuite benötigt wird
  • Das Budget unter 15 €/Monat liegen soll und trotzdem E-Rechnung-Versand nötig ist
  • Nur Rechnungen erstellt und GoBD-konform archiviert werden sollen, ohne EÜR oder Bilanz im Tool

Für diese Fälle bietet der Rechnungsprogramm-Vergleich 2026 einen Überblick über schmalere Tools mit E-Rechnung ab 0 €/Monat. Wer von einem der beiden Tools wechseln möchte, findet Migrationsanleitungen für die lexoffice-Alternative und die sevdesk-Alternative.

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Sowohl Lexware Office als auch sevdesk sind auf Nutzer ausgelegt, die eine vollständige Buchhaltungslösung benötigen: Banking-Abgleich, EÜR, DATEV, Bilanz, Belegverwaltung. Freelancer, Kleinunternehmer und Soloselbstständige, die hauptsächlich Rechnungen stellen, zahlen bei beiden Tools für Funktionen, die sie nie nutzen.

2026 gibt es spezialisierte E-Rechnungs-Tools, die das Kernproblem — GoBD-konforme Rechnungen mit XRechnung/ZUGFeRD ausgeben, archivieren und bei Bedarf DATEV exportieren — zu einem Bruchteil der Kosten lösen. Eine vollständige Übersicht mit Preisen und Bewertungen bietet der Ratgeber zur kostenlosen Buchhaltungssoftware 2026.

Was ist besser: lexoffice oder sevdesk?
Lexware Office ist stärker bei der Steuerberater-Integration und enthält integrierte Lohnabrechnung; sevdesk bietet E-Rechnung-Versand ab 12,90 €/Monat (Lexware erst ab 32,90 €/Monat), hat bessere mobile Apps und eine Warenwirtschaft. Für Unternehmen, die ab 2027 E-Rechnungen versenden müssen und keine Lohnabrechnung im Tool brauchen, ist sevdesk kostengünstiger.
Enthält lexoffice im günstigen Tarif die E-Rechnung?
Nein. Lexware Office (ehemals lexoffice) unterstützt das Versenden von XRechnung und ZUGFeRD erst ab dem XL-Tarif (32,90 €/Monat netto). Die Tarife S, M und L können E-Rechnungen nur empfangen, nicht versenden. Für die gesetzliche Versandpflicht ab 1. Januar 2027 ist daher bei Lexware Office das XL-Paket erforderlich.
Kann ich von lexoffice zu sevdesk wechseln?
Ja. Für den Wechsel exportieren Sie Ihren Kundenstamm als CSV, laden alle Rechnungsbelege aus dem Archiv herunter und richten im neuen Tool die Anfangsrechnungsnummer lückenlos an die letzte genutzte Nummer an. Lexware Office ermöglicht einen vollständigen Datenexport. Eine schrittweise Migrationsanleitung finden Sie unter /alternative/lexoffice/.
Welches Tool hat die bessere DATEV-Anbindung?
Lexware Office hat historisch die tiefere DATEV-Integration (Buchungsstapel, Unternehmen-Online) und wird von mehr Steuerkanzleien bevorzugt. sevdesk bietet ebenfalls zuverlässigen DATEV-Export, ist aber in Kanzleien mit Lexware-Fokus manchmal weniger verbreitet. Für Selbstständige mit reiner EÜR ist der Unterschied in der Praxis oft vernachlässigbar.
Hat sevdesk eine kostenlose Variante?
sevdesk bietet keinen dauerhaft kostenlosen Tarif an — nur eine kostenlose Testphase. Der günstigste Tarif Rechnung kostet 12,90 €/Monat (netto, monatlich). Wer dauerhaft kostenlos fakturieren möchte, findet Alternativen mit einem echten Free-Tier, der E-Rechnung von Anfang an einschließt.
Ist lexoffice oder sevdesk besser für Kleinunternehmer nach §19 UStG?
Für Kleinunternehmer nach §19 UStG ist oft keine der beiden Lösungen das optimale Preis-Leistungs-Verhältnis — beide sind für den typischen Buchführungsumfang überdimensioniert. Wer dennoch eine vollständige Buchhaltungssuite bevorzugt, ist mit sevdesk Rechnung (12,90 €/Monat) bei E-Rechnung günstiger als mit Lexware Office XL (32,90 €/Monat).

Quellen

  • FAQ zur verpflichtenden elektronischen Rechnung (E-Rechnung) — Bundesministerium der Finanzen, Stand 2025. bundesfinanzministerium.de
  • Wachstumschancengesetz — Bundesgesetzblatt I 2024 Nr. 108 — Bundesanzeiger Verlag, März 2024. bgbl.de
  • Umsatzsteuergesetz §14 Abs. 1 — Pflicht zur Ausstellung von Rechnungen — Bundesministerium der Justiz, Stand 2025. gesetze-im-internet.de
  • sevdesk Preisübersicht — Tarife und Funktionen — sevdesk GmbH, abgerufen Mai 2026. sevdesk.de/preise
  • Lexware Office Produktseite — Tarife und E-Rechnung — Haufe-Lexware GmbH & Co. KG, abgerufen Mai 2026. office.lexware.de