Arbeitszeit berechnen: So funktioniert es
Tägliche Arbeitszeit ist die Differenz zwischen Arbeitsende und Arbeitsbeginn, abzüglich aller Pausen. Wer von 09:00 bis 17:30 arbeitet und 30 Minuten Mittagspause macht, kommt auf acht Arbeitsstunden netto — nicht auf achteinhalb. Schichten über Mitternacht werden korrekt gerechnet, wenn die Endzeit kleiner als die Anfangszeit ist: 22:00 bis 02:00 ergibt vier Stunden, nicht minus zwanzig. Der Rechner oben berücksichtigt diesen Mitternachts-Übergang automatisch und blockiert negative Werte, falls die Pause länger ist als die eigentliche Schicht.
Pflicht-Pausen nach ArbZG
Das deutsche Arbeitszeitgesetz schreibt in §4 klare Mindestpausen vor. Wer das ignoriert, riskiert Bußgelder bis 15.000 € — und gefährdet die eigene Gesundheit:
- Bis 6 Stunden Arbeit: keine Pflicht-Pause vorgeschrieben.
- Mehr als 6 Stunden Arbeit: mindestens 30 Minuten Pause, aufteilbar in Blöcke von jeweils mindestens 15 Minuten.
- Mehr als 9 Stunden Arbeit: mindestens 45 Minuten Pause, ebenfalls aufteilbar.
- Höchstgrenze: 10 Stunden tägliche Arbeitszeit dürfen nur in Ausnahmen überschritten werden — der durchschnittliche Acht-Stunden-Tag im Halbjahresschnitt muss eingehalten werden.
Stundenlohn aus Gehalt berechnen
Vom Bruttogehalt zum Stundenlohn führt eine simple Formel: Bruttogehalt × 12 ÷ (Wochenstunden × 52 − Urlaubsstunden). Bei 4.000 € Brutto pro Monat, 40 Wochenstunden und 25 Urlaubstagen sind das 48.000 € geteilt durch 1.880 Jahresstunden — also rund 25,53 € brutto pro Stunde. Der Netto-Wert hängt von Steuerklasse, Kirchensteuer und Krankenkasse ab; eine grobe Daumenregel sind 30 % Abzug. Genauer wird es im Brutto-Netto-Rechner.
Vom Stundenlohn zur Rechnung
Festangestellte erhalten ihre Stunden vom Arbeitgeber abgerechnet — Selbstständige müssen jede Position selbst dokumentieren und in Rechnung stellen. Ab 2025 gilt für alle Unternehmen die B2B-Empfangspflicht für E-Rechnungen, ab 2027 und 2028 die volle Versandpflicht. Mit unserer kostenlosen Rechnungssoftware erfassen Sie Ihre Arbeitszeit pro Kunde und schreiben in unter zwei Minuten eine XRechnung- oder ZUGFeRD-konforme E-Rechnung — jetzt erste Rechnung schreiben →. Wer als Freelancerin den passenden Stundensatz erst noch festlegen will, startet mit unserem Stundensatz-Rechner.
Häufige Fragen
Wie berechne ich meine tägliche Arbeitszeit?
Ziehen Sie vom Arbeitsende den Arbeitsbeginn ab und subtrahieren Sie die Pause. Beispiel: 09:00 bis 17:30 mit 30 Minuten Pause ergibt 8 Stunden. Schichten über Mitternacht (z. B. 22:00 bis 02:00) ergeben 4 Stunden.
Wie lange muss ich nach dem Arbeitszeitgesetz Pause machen?
Nach §4 ArbZG: bei mehr als 6 Stunden Arbeit mindestens 30 Minuten Pause, bei mehr als 9 Stunden mindestens 45 Minuten. Die Pause kann in Blöcke von je mindestens 15 Minuten aufgeteilt werden.
Wie berechne ich meinen Stundenlohn aus dem Monatsgehalt?
Multiplizieren Sie das Bruttogehalt mit 12 und teilen Sie es durch die Jahresarbeitsstunden (Wochenstunden × 52 abzüglich Urlaubsstunden). Beispiel: 4.000 € × 12 ÷ 1.880 h ≈ 25,53 €/Stunde brutto.
Was ist der Unterschied zwischen Brutto- und Netto-Stundenlohn?
Brutto ist Ihr vertraglicher Lohn vor Abzügen. Netto ist, was nach Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag, Kirchensteuer und Sozialversicherung übrig bleibt — typisch 60–75 % vom Brutto je nach Steuerklasse und Einkommen.
Zählt die Pause als Arbeitszeit?
Nein. Pflichtpausen nach ArbZG sind keine Arbeitszeit und werden nicht vergütet. Kürzere Unterbrechungen unter 15 Minuten gelten als Arbeitsunterbrechung und bleiben Arbeitszeit.
Wie zähle ich Überstunden korrekt?
Überstunden sind Arbeitsstunden über der vertraglich vereinbarten Wochenarbeitszeit. Erfassen Sie täglich Beginn, Ende und Pause sauber — am Monatsende ist die Differenz zum Soll-Pensum die Überstundenzahl.