Die BAFA-Rechnung für einen Heizungstausch ist die Rechnung, an der zwischen Heizungsbauer und Bauherr das meiste Geld hängt. Wenn die Förderfähigkeit kippt, weil das Pflichtfeld “hydraulischer Abgleich nach Verfahren B” fehlt, bekommt der Bauherr von der KfW oder BAFA nicht 30 oder 70 Prozent zurück, sondern null. Bei einer 24.000-€-Wärmepumpe sind das 7.200 bis 16.800 € Förderverlust – Geld, das der Bauherr beim Handwerker im Beschwerdetermin zurückholen will. Eine korrekte Rechnung mit allen BEG-konformen Pflichtfeldern kostet 12 Minuten Mehrarbeit; eine falsche kostet Mandant, Reputation und im schlechten Fall ein Zivilverfahren.
Die Förderung ist 2026 weiterhin attraktiv: bis zu 70 % der förderfähigen Investitionskosten bei Wärmepumpentausch im selbst genutzten Eigenheim (BEG EM, Bonus-Stufen Klima, Effizienz, Einkommen), max. 30.000 € förderfähige Kosten pro Wohneinheit. Voraussetzung: KfW-Antrag vor Auftragsvergabe, Bestätigung durch Energieeffizienz-Experten (Energieeffizienz-Experten-Liste dena), Rechnung mit allen Pflichtinhalten. Wer als SHK-Betrieb die Rechnung mit den BAFA/BEG-Vorgaben aufsetzt, sichert dem Kunden die Förderung – und sich selbst die nächste Empfehlung.
In rund 10 Minuten haben Sie: die 14 Pflichtfelder einer BAFA-konformen Heizungsrechnung 2026, die Mechanik BAFA vs. KfW seit der BEG-Reform, den hydraulischen Abgleich Verfahren B als kritisches Pflichtfeld, zwei vollständige Beispielrechnungen (Wärmepumpe komplett, Hybridheizung mit Förderbescheid-Nummer) und einen Notfall-Checkpoint, was bei BAFA-Rückfragen zu tun ist.
Wer fördert was: BAFA und KfW seit 2024
Bis 2023: BAFA fördert über die Bundesförderung effiziente Gebäude (BEG EM, Einzelmaßnahmen). Seit 2024 hat sich die Zuständigkeit verschoben: Heizungstausch im selbstgenutzten Eigenheim wird über KfW (Programme 458, 459) gefördert, BAFA bleibt für gewerblich genutzte Gebäude und Mehrfamilienhäuser zuständig. Die Förderhöhen 2026:
| Programm | Zielgruppe | Förderquote |
|---|---|---|
| KfW 458 | Selbstgenutztes Eigenheim, Heizungstausch | 30 % Basis + bis zu 40 % Boni |
| KfW 459 | Heizung in vermietetem Wohneigentum | 30 % Basis |
| BAFA BEG EM | Gewerblich genutzt, Nicht-Wohngebäude | 30 % bis 70 % je Maßnahme |
| BAFA Hocheffizienz-Wärmepumpen | Industrielle Anwendung | 35 % bis 50 % |
Für die Rechnungsstellung sind die Anforderungen weitgehend identisch – die Pflichtfelder gelten programmübergreifend. Wer 2026 unsicher ist, ob BAFA oder KfW: in jedem Fall die dena-Experten-Bestätigung in den Auftrag einbinden, die definiert das Programm.
Im Sprachgebrauch (und im SEO-Suchverhalten) heißt “BAFA-Rechnung” weiterhin oft die Förderrechnung im Heizungsbereich – auch wenn die KfW seit 2024 der eigentliche Förderträger für Eigenheim-Wärmepumpen ist. Wir bleiben in diesem Ratgeber bei “BAFA-Rechnung” als Sammelbegriff für förderkonforme Heizungsrechnungen.
Antrag vor Auftragsvergabe ist absolute Pflicht
Die 14 Pflichtfelder einer BAFA/BEG-konformen Rechnung
§14 UStG nennt die allgemeinen Pflichtangaben einer Rechnung. Die BEG-Richtlinie ergänzt um spezifische Felder, die ohne Ausnahme erfüllt sein müssen:
- Rechnungsnummer (fortlaufend)
- Rechnungsdatum
- Leistungsdatum (Tag der Inbetriebnahme, getrennt vom Rechnungsdatum)
- Vollständige Adresse Leistender (Heizungsbauer)
- Vollständige Adresse Leistungsempfänger (Bauherr)
- Adresse der Liegenschaft (wenn abweichend vom Bauherren-Sitz)
- Hersteller der Heizungsanlage (z.B. “Vaillant”, “Viessmann”, “Bosch”)
- Modellbezeichnung exakt (z.B. “Vaillant aroTHERM plus VWL 105/6 A 230V S2”)
- Seriennummer der Anlage
- Inbetriebnahmedatum (separat vom Leistungsdatum)
- Bestätigung hydraulischer Abgleich Verfahren B nach ZVSHK (Pflicht für Wärmepumpen)
- Effizienzkenngrößen (Vorlauftemperatur, COP/JAZ-Berechnung, abhängig vom Gerät)
- Aufschlüsselung Lohn/Material/Anfahrt (§35a-konform, oft parallel relevant)
- Förderbescheid-Nummer / Vorgangsnummer KfW oder BAFA
Bei Nichteinhaltung wird die Förderung gekürzt oder verweigert. Häufige Fehler: Seriennummer vergessen (Nr. 9), hydraulischer Abgleich nur als “durchgeführt” statt “Verfahren B nach ZVSHK” (Nr. 11), Inbetriebnahmedatum fehlt (Nr. 10).
Der hydraulische Abgleich: Das kritischste Pflichtfeld
Ohne hydraulischen Abgleich keine Förderung – seit 2023 verschärft. Aber: Nicht jeder hydraulische Abgleich ist förderkonform. Es gibt zwei Verfahren, die der ZVSHK (Zentralverband Sanitär Heizung Klima) standardisiert hat:
Verfahren A: Vereinfachter hydraulischer Abgleich. Berechnet die Heizlast pauschal über Flächen-Faktoren. Wird nicht als BAFA/KfW-tauglich anerkannt. Reicht für GEG-Pflichten in Bestandsgebäuden bei Heizungstausch ohne Förderung, nicht aber für Förderzwecke.
Verfahren B: Hydraulischer Abgleich nach raumweiser Heizlastberechnung. Heizlast wird für jeden Raum einzeln nach DIN EN 12831 berechnet. Pflicht für BAFA/KfW-Förderung. Voreinstellung der Thermostatventile, Pumpendruck-Anpassung, Volumenstrom-Berechnung. Aufwand: 4-12 Stunden zusätzlich, abhängig von Gebäudegröße. Dokumentation: Berechnungsbogen + Voreinstellungsprotokoll + Mess-Protokoll nach Inbetriebnahme.
Der Heizungsbauer trägt die Verantwortung für die korrekte Durchführung – und die Rechnung muss das Verfahren B explizit benennen. Ein Satz wie “Hydraulischer Abgleich nach ZVSHK Verfahren B mit raumweiser Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 durchgeführt; Protokoll liegt bei” ist Standard. Wer nur “Hydraulischer Abgleich durchgeführt” schreibt, riskiert eine BAFA-Rückfrage.
Wer parallel §35a EStG für den Bauherren mitberechnen möchte, findet die Aufteilungs-Logik im Ratgeber §35a Pflichtangaben Handwerkerrechnung.
Beispielrechnung 1: Wärmepumpen-Einbau, alle BAFA/BEG-Pflichtfelder
Ein SHK-Betrieb installiert in einem Eigenheim (Bestand, Baujahr 1998) eine Luft-Wasser-Wärmepumpe als Ersatz für eine alte Ölheizung. Antragstellung KfW 458, Bauherr selbstnutzend. Förderquote 30 % Basis + 30 % Klimabonus + 10 % Geschwindigkeitsbonus = 70 %.
Rechnung Nr. 2026-198 vom 22. April 2026 Leistungsdatum: 16. April 2026 (Inbetriebnahme) Liegenschaft: Mustermann, Lindenallee 14, 50667 Köln (selbstgenutzt)
Förderprogramm: KfW 458 BEG EM Heizungstausch, Vorgangsnummer KfW-458-2026-184523 Energieeffizienz-Experte (dena-Liste): Dr. Stefan Klein, Listen-Nr. 87123
| Pos. | Beschreibung | Menge | EP | Summe |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Wärmepumpe Vaillant aroTHERM plus VWL 105/6 A 230V S2 (Luft-Wasser, 10 kW, COP 4,9 bei A2/W35, JAZ 4,1) – Seriennummer 21-WP-2026-918374 | 1 Stk. | 14.800,00 € | 14.800,00 € |
| 2 | Hydraulikmodul Vaillant uniTOWER plus (Seriennummer 21-HM-2026-918375) | 1 Stk. | 3.200,00 € | 3.200,00 € |
| 3 | Pufferspeicher 300 l mit Trinkwasser-Hygiene-Modul | 1 Stk. | 1.480,00 € | 1.480,00 € |
| 4 | Demontage und Entsorgung Ölheizung (Tank 4.500 l, Brenner, Schornsteinanpassung) | 1 Psch. | 2.840,00 € | 2.840,00 € |
| 5 | Verrohrung Außeneinheit – Inneneinheit (Kältemittel R454C, 14 m Trasse) | 1 Psch. | 1.260,00 € | 1.260,00 € |
| 6 | Heizungsverteilung anpassen, neue Heizungspumpe Effizienzklasse A | 1 Psch. | 980,00 € | 980,00 € |
| 7 | Hydraulischer Abgleich nach ZVSHK Verfahren B mit raumweiser Heizlastberechnung DIN EN 12831 (Protokoll Anlage) | 1 Psch. | 1.480,00 € | 1.480,00 € |
| 8 | Elektroarbeiten Anschluss Wärmepumpe, FI/LS, Steuerleitung | 1 Psch. | 920,00 € | 920,00 € |
| 9 | Inbetriebnahme, Einregulierung, Kundeneinweisung, Dokumentation | 1 Psch. | 680,00 € | 680,00 € |
| 10 | Anfahrten 4 Tage Hin/Rück 32 km | 4 Tage | 38,00 € | 152,00 € |
| Summe netto | 27.792,00 € | |||
| Umsatzsteuer 19 % | 5.280,48 € | |||
| Rechnungsbetrag | 33.072,48 € |
Pflichtangaben Förderung:
| Feld | Wert |
|---|---|
| Hersteller | Vaillant |
| Modell Wärmepumpe | aroTHERM plus VWL 105/6 A 230V S2 |
| Seriennummer Wärmepumpe | 21-WP-2026-918374 |
| Seriennummer Hydraulikmodul | 21-HM-2026-918375 |
| Heizleistung | 10 kW bei A2/W35 |
| COP-Wert (A2/W35) | 4,9 |
| Jahresarbeitszahl (JAZ) | 4,1 (berechnet nach VDI 4650-1) |
| Vorlauftemperatur Auslegung | 35 °C |
| Inbetriebnahmedatum | 16. April 2026 |
| Hydraulischer Abgleich | Verfahren B nach ZVSHK, Protokoll Anlage 1 |
| Kältemittel | R454C (GWP < 150) |
§35a EStG Aufteilung (Anlage):
- Förderfähige Investitionskosten (Material + Lohn): 27.792 € netto
- Arbeitslohn brutto (Pos. 4, 6, 7, 8, 9 + Lohn-Anteil Pos. 1-3): 8.612 € brutto
- Davon 20 % §35a-Bonus (gedeckelt 1.200 €): 1.200 € Bonus möglich
Anlagen: Hydraulischer Abgleich Protokoll Verfahren B, Heizlastberechnung DIN EN 12831 raumweise, Inbetriebnahmeprotokoll mit Messung, dena-Experten-Bestätigung, Datenblatt Wärmepumpe.
Warum diese Rechnung BAFA/KfW-fest ist: Alle 14 Pflichtfelder erfüllt, hydraulischer Abgleich explizit als Verfahren B genannt, Seriennummern beider Geräte aufgeführt, JAZ und COP separat ausgewiesen, dena-Experte benannt, §35a-Block parallel mitgeführt. Der Bauherr reicht die Rechnung mit dem Verwendungsnachweis bei der KfW ein, die Auszahlung erfolgt innerhalb von 4-8 Wochen.
Beispielrechnung 2: Hybridheizung mit Förderbescheid-Nummer
Ein anderer SHK-Betrieb installiert eine Hybridheizung in einem MFH (3 WE, gewerblich vermietet). Hier greift BAFA (nicht KfW, weil vermietet). Wärmepumpe + Gas-Brennwertkessel als Bivalenz-System. Förderbescheid liegt vor.
Rechnung Nr. 2026-209 vom 22. April 2026 Leistungsdatum: 18. April 2026 (Inbetriebnahme Gesamtanlage) Liegenschaft: WEG Goethestr. 88, 50939 Köln (3 vermietete WE, Bauherr ist Eigentümer)
Förderprogramm: BAFA BEG EM Hybridheizung 2026, Förderbescheid-Nr. BAFA-EM-2026-0331789 vom 04.02.2026 Energieeffizienz-Experte: Ing. Carola Weiß, dena-Listen-Nr. 91450
| Pos. | Beschreibung | Menge | EP | Summe |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Wärmepumpe Viessmann Vitocal 150-A AWO-AC-AF 251.A10 (Luft-Wasser, 10 kW, JAZ 3,8) – SN 7780923-WP-2026-A10 | 1 Stk. | 16.400,00 € | 16.400,00 € |
| 2 | Gas-Brennwertgerät Viessmann Vitodens 200-W B2HF 25 kW (Spitzenlast) – SN 7780924-GAS-2026-B25 | 1 Stk. | 6.800,00 € | 6.800,00 € |
| 3 | Schichtspeicher 600 l mit hygienischer Trinkwassererwärmung | 1 Stk. | 2.840,00 € | 2.840,00 € |
| 4 | Hybrid-Regelung Viessmann ViCare mit Strommarkt-Optimierung | 1 Stk. | 1.480,00 € | 1.480,00 € |
| 5 | Demontage Alt-Heizung (Niedertemperaturkessel BJ 2001), Entsorgung | 1 Psch. | 1.940,00 € | 1.940,00 € |
| 6 | Heizungsverteilung neu (3 WE separat geregelt) | 1 Psch. | 4.280,00 € | 4.280,00 € |
| 7 | Hydraulischer Abgleich nach ZVSHK Verfahren B (raumweise Heizlast DIN EN 12831 für 3 WE), Protokoll je Wohnung | 3 WE | 980,00 € | 2.940,00 € |
| 8 | Elektroarbeiten Wärmepumpe und Regelung | 1 Psch. | 1.480,00 € | 1.480,00 € |
| 9 | Inbetriebnahme Gesamtanlage, Einregulierung, Kundeneinweisung | 1 Psch. | 1.120,00 € | 1.120,00 € |
| 10 | Anfahrten 6 Tage Hin/Rück 22 km | 6 Tage | 32,00 € | 192,00 € |
| Summe netto | 39.472,00 € | |||
| Umsatzsteuer 19 % | 7.499,68 € | |||
| Rechnungsbetrag | 46.971,68 € |
Pflichtangaben Förderung:
| Feld | Wert |
|---|---|
| Förderprogramm | BAFA BEG EM Hybridheizung 2026 |
| Förderbescheid-Nr. | BAFA-EM-2026-0331789 |
| Bescheid-Datum | 04. Februar 2026 |
| Hersteller WP | Viessmann |
| Modell WP | Vitocal 150-A AWO-AC-AF 251.A10 |
| Seriennummer WP | 7780923-WP-2026-A10 |
| Hersteller Gas | Viessmann |
| Modell Gas | Vitodens 200-W B2HF 25 kW |
| Seriennummer Gas | 7780924-GAS-2026-B25 |
| JAZ Wärmepumpe | 3,8 (VDI 4650-1) |
| Heizleistung WP | 10 kW |
| Heizleistung Gas (Spitzenlast) | 25 kW |
| Bivalenz-Punkt | -3 °C Außentemperatur |
| Vorlauftemperatur Auslegung | 45 °C (Bestand) |
| Inbetriebnahmedatum | 18. April 2026 |
| Hydraulischer Abgleich | Verfahren B nach ZVSHK je Wohneinheit, Protokolle Anlage 1-3 |
Vermietungssituation: Liegenschaft ist vermietet, BAFA-Förderung erfolgt an Eigentümer. §35a EStG wird vom Eigentümer nicht geltend gemacht (vermieteter Wohnraum), Kosten sind als Werbungskosten / Erhaltungsaufwand absetzbar.
Anlagen: Hydraulischer Abgleich Protokolle WE 1-3, Heizlastberechnung je WE DIN EN 12831, Inbetriebnahmeprotokoll Gesamtanlage, BAFA-Förderbescheid (Kopie), dena-Experten-Bestätigung, Datenblätter WP und Gas-Gerät.
Was hier zusätzlich richtig läuft: Bivalenz-Punkt benannt (BAFA-Pflicht bei Hybridanlagen), JAZ separat ausgewiesen, hydraulischer Abgleich pro Wohneinheit (Mehrfamilienhaus-Spezifikum), Eigentümer-Vermietungs-Hinweis (kein §35a, dafür Werbungskosten), Förderbescheid-Nummer mit Datum.
BAFA/KfW-konforme Heizungsrechnung mit allen Pflichtfeldern
Vorlage mit allen 14 BEG-Pflichtfeldern, automatischer JAZ-Berechnung, hydraulischer-Abgleich-Standardtext Verfahren B, Förderbescheid-Verknüpfung, §35a-Aufteilung parallel. Klassische Rechnungen, Angebote und Mahnwesen aus einem Tool. Drei Rechnungen pro Monat dauerhaft kostenlos.
Verwendungsnachweis und Auszahlung: Der zeitliche Ablauf
Nach Rechnungstellung läuft beim Bauherrn der Verwendungsnachweis:
- Bezahlung der Rechnung vollständig per Überweisung (Bargeld disqualifiziert sowohl Förderung als auch §35a).
- Verwendungsnachweis-Antrag bei KfW oder BAFA – online über das jeweilige Portal. Frist: 6 Monate nach Maßnahmen-Abschluss bei KfW, 24 Monate bei BAFA.
- Hochladen der Belege: Rechnung mit allen Pflichtfeldern, Inbetriebnahmeprotokoll, hydraulischer Abgleich Protokoll, Zahlungsnachweis, dena-Experten-Bestätigung.
- Prüfung durch KfW/BAFA: typisch 4-8 Wochen, bei Rückfragen länger.
- Auszahlung auf das im Antrag hinterlegte Konto.
Wenn Rückfragen kommen, ist es der Bauherr, der antwortet – nicht der Heizungsbauer. Aber praktisch reicht der Bauherr die Rückfrage durch (“Was meint die KfW mit Seriennummer Innen-Einheit?”), und der Heizungsbauer muss nachliefern. Wer hier in 24-48 Stunden reagiert, sichert die Auszahlung – wer wartet, riskiert, dass die Frist verstreicht und die Förderung verfällt.
Wer als Heizungsbauer im Bauhandwerk parallel im VOB-Umfeld arbeitet, kann die Schlussrechnungs-Logik als Grundgerüst verwenden – die BAFA-Pflichtfelder sind ein Add-on, das in das VOB-Schema integriert wird.
Förderschäden im Streit: Wer haftet wann
Wenn die Förderung ausfällt, fragt der Bauherr nach Verantwortung. Drei Konstellationen:
Konstellation 1: Rechnung formal unvollständig. Pflichtfelder fehlen. Verantwortung: Handwerker. Korrektur-Rechnung mit Storno und Neuausstellung möglich, sofern Frist nicht abgelaufen. Schaden: Förderverlust, ggf. Schadenersatz-Klage.
Konstellation 2: Antrag erst nach Auftragsvergabe gestellt. Verantwortung: Bauherr (Pflicht zur Antragstellung vor Vertrag). Handwerker hat keine Aufklärungspflicht, aber bei wiederholter Verwicklung kann Mitverschulden festgestellt werden. Sichere Praxis: Vertrag erst nach Vorlage der Antragsbestätigung schließen.
Konstellation 3: Anlage erfüllt Effizienz-Kriterien nicht. JAZ zu niedrig, Vorlauftemperatur zu hoch, hydraulischer Abgleich mangelhaft. Verantwortung: Handwerker (Planung und Ausführung). Schaden voll. Versicherung Berufshaftpflicht greift, sofern Vertragsabschluss korrekt.
Wer als SHK-Betrieb regelmäßig Förderrechnungen schreibt, sollte eine Berufshaftpflicht mit ausdrücklicher Förderschaden-Deckung haben – kostet je nach Umsatz 800-2.500 € pro Jahr, im Schadensfall sechs- bis siebenstellig.
Vorteile
- Bis 70 % Förderung bei Eigenheim-Wärmepumpe – starkes Verkaufsargument
- Klar definierte Pflichtfelder – einmal als Template hinterlegt, läuft automatisch
- §35a-Block parallel mit BAFA/KfW-Rechnung – Bauherr sichert sich doppelten Vorteil
- Hydraulischer Abgleich Verfahren B ist 2026 SHK-Standard – Wettbewerbsvorteil verschwindet ohne
- Förderbescheid-Nr. in Rechnung schafft Verwendungsnachweis-Sicherheit
Nachteile
- Pflichtfeld-Liste umfangreich – Fehler kosten 7.000-17.000 € pro Auftrag
- Antrag vor Vertrag absolut zwingend – Aufklärungspflicht des Bauherren
- Hydraulischer Abgleich Verfahren B braucht 4-12 h Mehrarbeit
- JAZ-Berechnung nach VDI 4650-1 nötig – Software oder Berechnungsbogen
- Förderschäden landen schnell in der Berufshaftpflicht – Versicherungsabschluss prüfen
Häufige Fragen
BAFA oder KfW – welches Programm gilt 2026 für Heizungstausch?
Welche 14 Pflichtfelder müssen in der Rechnung stehen?
Was ist der hydraulische Abgleich nach Verfahren B?
Was kostet eine BAFA/KfW-konforme Heizungsrechnung zusätzlich?
Was passiert, wenn die Seriennummer auf der Rechnung fehlt?
Wie wird der hydraulische Abgleich in der Rechnung formuliert?
Kann der Bauherr §35a EStG zusätzlich zur BAFA/KfW-Förderung geltend machen?
Wann muss ich als Heizungsbauer haften?
Was Sie jetzt tun
- Pflichtfeld-Liste als Rechnungs-Template hinterlegen – einmal eingerichtet, läuft pro Auftrag.
- Hydraulischer Abgleich Verfahren B als Standard – Verfahren A nur bei Aufträgen ohne Förderwunsch.
- JAZ-Berechnung nach VDI 4650-1 routinemäßig – Hersteller-Tool oder eigene Berechnungsbögen.
- Antragsbestätigung vor Auftragsbeginn anfordern – Standardprozess im Auftragsannahme-Workflow.
- Förderbescheid-Nr. in Kundenakte – auch Monate später für Verwendungsnachweis verfügbar.
- Berufshaftpflicht mit Förderschaden-Deckung prüfen – im Zweifel mit Versicherungsmakler abgleichen.
- §35a-Block parallel mitführen – Doppelvorteil für den Bauherren, bessere Bewertung.
Heizungsrechnung mit BAFA/KfW- und §35a-Pflichtfeldern
Vorlage mit allen 14 BEG-Pflichtfeldern, automatischer Verfahren-B-Standardtext, JAZ-Berechnung-Hinweis, Förderbescheid-Verknüpfung, parallele §35a-Aufteilung. Klassische Rechnungen, Angebote und Mahnwesen aus einem Tool. Drei Rechnungen pro Monat dauerhaft kostenlos.
Stand: April 2026. Geprüft gegen BEG-Richtlinie (Bundesförderung effiziente Gebäude), KfW-Programme 458/459, BAFA BEG EM, ZVSHK-Verfahren A und B, DIN EN 12831, VDI 4650-1. Förderquoten Stand März 2026. Dieser Artikel ist keine Steuer- oder Rechtsberatung – Einzelfälle mit Steuerkanzlei und Fachanwalt für Baurecht klären. Förderbedingungen können sich unterjährig ändern; aktuelle Förder-Konditionen bei KfW und BAFA prüfen.
Weiterführend:
- §35a EStG Pflichtangaben Handwerkerrechnung
- §13b UStG Bauleistung Handwerker
- Stundenzettel zur Rechnung im Handwerk
- Prüfbare Schlussrechnung VOB
- Sicherheitseinbehalt Bauvertrag Rechnung
- Rechnung an Privatkunden
- E-Rechnung für Handwerker
Quellen: